DER BAUER LALLI

Die Geschichtsschreibung Köyliös und ganz Finnlands beginnt mit der Erzählung von dem Freibauern Lalli, seiner Frau Kerttu und dem Bischof Henrik, der im 12, Jahrhundert die Christianisierung des Landes vorantrieb. Die Ermordung des Bischofs Henrik durch Lalli am 20. Januar 1156 auf dem Eis des Köyliöjärvi ist das erste geschichtliche Ereignis, von dem der Zeitpunkt, der Ort und die beteiligten Personen mit ziemlicher Sicherheit bekannt sind.

Lalli soll der Legende nach Besitzer eines auf der Insel Kirkkosaari gelegenen Landguts gewesen sein. Aus Rache für die Mordtat enteignete die Kirche das Gut und wies es den Bischöfen von Turku als Besitz zu. Nach der Reformation fielen die Ländereien an den König und das Reich zurück. Heutzutage ist das Landgut in Privatbesitz. Der Hof zeichnet sich durch eine beachtliche Produktion von speziellen Pflanzenarten aus.

Im Ortsteil Kepola, dem Zentrum der Gemeinde, steht die von Professor Aimo Tukiainen geschaffene Lalli-Statue, die im Jahre 1989 enthüllt wurde.

Der Überlieferung nach soll Lalli den Bischof Henrik in der Nähe der im Nordteil des Sees liegenden Insel Kirkkokari erschlagen haben. Auf der Insel lag die erste Kirche von Köyliö. Diese ist noch bis in die 1420er Jahre genutzt worden. An gleicher Stelle wurde im Jahre 1955 ein Gedenkstein aufgestellt, der an den Einzug des Christentums in Finnland erinnern soll. Kirkkokari ist heutzutage der einzige Wallfahrtsort der römisch-katholischen Gläubigen in Nordeuropa. Jährlich findet vor Mittsommer eine katholische Gedenkmesse auf der Insel statt.

Die alte Straße zwischen Köyliö und Nousiainen ist schon seit Jahrhunderten als Sankt-Henrik-Weg (Pyhän Henrikin tie) bekannt. Ihren Namen hat sie nach dem Leichenzug des Bischofs Henrik bekommen. Die etwa 140 Kilometer lange Wanderroute über den Sankt-Henrik-Weg ist mit Kunststoffbändern markiert.

Am Mittsommervorabend treibt Lalli mit seinen Knechten auf der zur Insel Kirkkosaari führenden Polsu-Brücke einen freiwilligen Brückenzoll ein. Die Einnahmen werden für wohltätige Zwecke verwendet.



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